Zwei Brücker Nazigegner durch Straßennamen geehrt

Auf Initiative der Brücker Geschichtswerkstatt hat die Bezirksvertretung Kalk im Jahre 2005 beschlossen, nach Peter Hagen und Dr. Otto Unger zwei neue Straßen im Brücker Oberdorf zwischen Olpener Straße und Königsforststraße zu benennen. Nachdem jetzt endlich die Straßenschilder aufgestellt wurden, können die von der Werkstatt gestifteten Informationsschilder angebracht werden.

Peter Hagen (1880-1945) war Gewerkschafter und äußerte sich auch nach der Machtübertragung 1933 öffentlich gegen die Nazis. Dies wurde ihm zum Verhängnis. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde Peter Hagen mit zwei Sozialdemokraten und einem Kommunisten verhaftet und ins Messelager eingeliefert, damals ein Außenlager des KZ Buchenwalds. Während die anderen nach mehreren Wochen Folter freigelassen wurden, wurde Peter Hagen im September 1944 in das Konzentrationslager Flossenbuerg transportiert und in dessen Außenlager in Zwickau am 2. April 1944 ermordet. Vor seinem letzten Wohnort in Brück, Pohlstadtsweg 437, erinnert ein Stolperstein an ihn.

Dr. Otto Unger (1890-1984) wurde als Jude von den Nazis verfolgt. Als Studienrat wurde er aufgrund der Nürnberger Gesetze entlassen und zur Zwangsarbeit u. a. in einer Möbel- und einer Ölfabrik verpflichtet. Er wohnte in Brück, Im Langen Bruch. Seine Ehe mit einer nichtjüdischen Frau schützte ihn und seinen Sohn anfangs vor dem Abtransport in ein Konzentrationslager. Als dann im Sommer 1944 die Deportierung anstand, tauchte die Familie unter. Seine nichtjüdische Frau und der von den Nazis so bezeichnete „Mischling ersten Grades“ Sohn Hartmut tauchten in Ostdeutschland unter und konnten dort trotz Verhaftung im Versteck in Dessau überleben. Otto Unger war erst in verschiedenen Verstecken in Köln bis er im Garten der Innenstadtkirche St. Alban in einem Keller fast ein Jahr ohne Sonnenlicht untertauchen musste. Erst die Amerikanische Armee befreite ihn im März 1945.
Nach dem Krieg hat Dr. Otto Unger im Deutzer Jungengymnasium bis zu seiner Pensionierung gearbeitet und sich insbesondere um die demokratische Erziehung der ihm anvertrauten Schüler gekümmert.


Die feierliche Enthüllung der Informationsschilder am Otto-Unger-Weg und der Peter-Hagen-Straße fand am Mittwoch, dem 10. Juni 2015, 11 Uhr in Köln-Brück statt. Der Sohn Hartmut Unger, der nun in Berlin lebt, wohnte der Zeremonie bei.